Abba Isaak der Syrer
Über die drei Arten
von Wissen [1]
von Wissen [1]
[Rede 62]
Wissen und Glaube
1.
Die Seele, die in ihrer Lebensführung dem Weg des Glaubens folgt, macht
oft große Fortschritte hierin. Wendet sie sich aber wieder zurück zu
den Methoden des Wissens, beginnt sie sogleich zu hinken im Glauben, und
dessen noetische Kraft –dank des göttlichen Beistands in seinen
verschiedenen Formen präsent in der reinen Seele, die fraglos, in aller
Einfachheit, darauf zurückgreift in allem, was sie betrifft –weicht von
ihr.
2. Denn
die Seele, die sich ein für allemal vertrauensvoll Gott übergeben und
durch vielfache Erfahrung Seine Hilfe gekostet hat, sorgt sich nicht
länger um sich selbst, sondern sie ist verstummt, sprachlos geworden vor
Verwunderung, und es ist ihr nicht länger erlaubt, sich zurückzuwenden
zu den Weisen ihres eigenen Wissens und von diesen Gebrauch zu machen,
damit ihr nicht etwa durch dessen Widerspruch die Fürsorge Gottes
entzogen werde, die sie unablässig im Verborgenen beschützt und behütet
und ununterbrochen auf jede Weise für sie sorgt. Es wäre in der Tat
Torheit von ihr, sich für fähig zu halten, kraft dieses ihres eigenen
Wissens für sich selbst vorzusorgen.
